Johann Michael Moscherosch

Der Barockdichter Johann Michael Moscherosch wurde als erster Sohn des Landwirts und Kirchschaffners Michael Moscherosch am 7. März 1601 in Willstätt geboren.

Seine Eltern ermöglichten ihm 1612 den Besuch der Lateinschule in Straßburg. Von 1617 bis 1621 studierte er in Straßburg, wo er 1624 promovierte. Nach einer Bildungsreise kehrte er nach Straßburg zurück, wo er als Hauslehrer bei den Söhnen des Grafen von Leiningen tätig war.

Bevor er als Amtmann nach Krichingen berufen wurde, assistierte er bei Professor Sebisch in Straßburg. In den Stürmen des 30-jährigen Krieges trat er in Finstingen als Amtmann eine Stelle an, bevor er nach Straßburg zurückkehrte und 1645 Frevelvogt (Polizeichef) wurde.

Die weiteren Lebensstationen von Moscherosch verliefen auf steinigem Wege. Ein sicherer Arbeitsplatz war ihm nicht mehr vergönnt. Seine erste und zweite Ehefrau starben in der entbehrungsreichen Zeit des 30-jährigen Krieges. 1636 heiratete er zum dritten Mal. Auf dem Weg zu seinem Sohn Ernst starb er am 4. April 1669 in Worms.

Moscherosch schrieb unzählige Werke und war zu seinen Lebzeiten bekannter als Grimmelshausen. Eine gebührende Ehrung seiner Heimatgemeinde wurde ihm lange Zeit nicht zuteil. Erst 1907 haben ihm die Willstätter mit einem Denkmal neben der Kirche ihre Referenz erwiesen.

An der Kinzig wurde ein neues Schulzentrum erbaut, das 1973 als “Moscherosch-Schule” eingeweiht wurde.

Mit einem einmaligen Fest im Jahre 2001 würdigte die Gemeinde in Zusammenarbeit mit einem engagierten Festkomitee den 400. Geburtstag des Barockdichters.

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